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<oembed><version>1.0</version><provider_name/><provider_url>https://dresdner-pappe.de/en</provider_url><author_name>Volker_Lechler</author_name><author_url>https://dresdner-pappe.de/en/author/volker_lechler</author_url><title>Lametta, Engelshaar und k&#xFC;nstlicher Schnee -</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="9K8Ix9YUvR"&gt;&lt;a href="https://dresdner-pappe.de/en/lametta-engelshaar-und-kuenstlicher-schnee"&gt;Tinsel, angel hair and artificial snow&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://dresdner-pappe.de/en/lametta-engelshaar-und-kuenstlicher-schnee/embed#?secret=9K8Ix9YUvR" width="600" height="338" title="&#x201C;Lametta, Engelshaar und k&#xFC;nstlicher Schnee&#x201D; &#x2014; " data-secret="9K8Ix9YUvR" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Lametta, Engelshaar und k&#xFC;nstlicher Schnee Waren die ersten Weihnachtb&#xE4;ume noch mit &#xC4;pfeln, N&#xFC;ssen und S&#xFC;&#xDF;igkeiten geschm&#xFC;ckt, so kam ungef&#xE4;hr ab Mitte des 19. Jahrhunderts Glasschmuck aus dem th&#xFC;ringischen Lauscha als weiteres Dekorationsmittel hinzu. Doch f&#xFC;r manche fehlte an einem bunt geschm&#xFC;ckten Baum einfach das winterliche Flair einer verschneiten Weihnachtszeit. Findige T&#xFC;ftler, deren Namen sich leider nicht erhalten haben, hatten sich daf&#xFC;r im Laufe der Zeit verschiedene L&#xF6;sungen ausgedacht. So entstanden Lametta, Engelshaar und k&#xFC;nstlicher Schnee. Sie waren geeignet, den B&#xE4;umen in den R&#xE4;umen eine winterliche Aura zu verleihen. Der Begriff Lametta ist viel &#xE4;lter als der Christbaumschmuck, den wir damit verbinden. Das Wort &#x201E;Lametta&#x201C; stammt vom lateinischen Wort &#x201E;lamina&#x201C;, was so viel bedeutet wie Tafel, man kann es auch als T&#xE4;felchen oder Bl&#xE4;ttchen &#xFC;bersetzen. Als Lametta wurden fr&#xFC;her generell feingezogene Gold-, oder Silberdr&#xE4;hte beziehungsweise auf galvanischem Wege vergoldete oder nach Wunsch versilberte Kupferdr&#xE4;hte verstanden, die zwischen polierten Stahlwalzen extrem d&#xFC;nn gewalzt (gepl&#xE4;ttet) wurden. In Deutschland gab es f&#xFC;r diese Art der Drahtzieherei Begriffe wie &#x201E;Pl&#xE4;tt&#x201C;, &#x201E;Lahn&#x201C;, &#x201E;Lam&#xE9;&#x201C; oder &#x201E;Lametta&#x201C;. Seinen Ursprung soll diese Form im franz&#xF6;sischen Lyon gehabt haben, weshalb solche Dr&#xE4;hte auch zuerst als lyonische und sp&#xE4;ter als leonische Waren bezeichnet wurden. In Deutschland waren N&#xFC;rnberg und Umgebung (Allersberg und Roth) die Zentren der Produktion. Ben&#xF6;tigt wurden solche Dr&#xE4;hte anf&#xE4;nglich vor allem in der Kleider- und Posamentenindustrie (ein Sammelbegriff f&#xFC;r alle m&#xF6;glichen Arten von Kordeln, B&#xE4;ndern, Zierb&#xE4;ndern, Spitzen, Quasten etc.). In den Betrieben wurden damit unter anderem Kn&#xF6;pfe &#xFC;bersponnen, Litzen und Quasten geflochten sowie Achselst&#xFC;cke und Sch&#xE4;rpen gewirkt. Wann nun Lametta-F&#xE4;den als Christbaumschmuck erstmalig auf den Markt kamen, kann gut belegt werden. Es war um die Jahre 1877/1878. Ein Hinweis hierf&#xFC;r findet sich in der Zeitschrift &#x201E;Gewerbehalle. Organ f&#xFC;r den Fortschritt in allen Zweigen der Kunstindustrie&#x201C; (Jg. 1879). Darin wird erw&#xE4;hnt, dass seit rund zwei Jahren Lametta &#x201E;zum Schmuck von Tannenb&#xE4;umen am Christfest verwendet&#x201C; wurde. Vermutlich wurde Lametta erstmals auf der Leipziger Fr&#xFC;hjahrs-Vormesse (so hie&#xDF; das anf&#xE4;nglich wirklich) den K&#xE4;ufern angeboten. Auf dieser Mustermesse wurden neben vielen anderen Dingen auch Attrappen, k&#xFC;nstliche Blumen, Cotillon- und Karnevals-Artikel sowie eben auch alle Formen des Christbaumschmucks angeboten. Die Messe in Leipzig war die Wichtigste im ganzen Deutschen Reich. Auf der Fr&#xFC;hjahrsmesse bestellten die K&#xE4;ufer den Christbaumschmuck f&#xFC;rs kommende Weihnachtsfest. Anhand der zahlreichen Werbungen in den Zeitungen im Jahr 1878 kann man gut belegen, wie Lametta als &#x201E;der neueste Baumschmuck&#x201C; ein Verkaufsschlager wurde. Einzelne Anbieter nannten Lametta anfangs auch &#x201E;Christkindleins Silberhaar&#x201C;. Beworben wurde es als &#x201E;lange d&#xFC;nne unverbrennliche Silberdrahtf&#xE4;den; welche auf die gr&#xFC;nen Zweige gestreut werden. Brennen dann die Lichter, so gl&#xE4;nzt der Baum, als w&#xE4;re er von oben bis unten silbern bereift.&#x201C; Weihnachtsbaum mit Lametta aus dem Jahre 1916 Weihnachtsbaum mit Lametta um das Jahr 1925 Weihnachtsbaum mit Lametta aus dem Jahre 1932 Weihnachtsbaum mit einzelnen Lametta-Str&#xE4;ngen Wer Lametta als Christbaumschmuck erfunden hat, ist leider bislang unbekannt. Die Werbung in den Zeitungen hilft diesbez&#xFC;glich nicht weiter, da sie fast ausschlie&#xDF;lich von Wiederverk&#xE4;ufern geschaltet wurde. Bis jetzt konnte ich nur die Gebr&#xFC;der Dittmar mit Sitz in Heilbronn als fr&#xFC;he Produzenten identifizieren, denn sie boten bereits 1878 Lametta aus eigener Produktion als brillanten Christbaumschmuck zum Kauf an[i]. Lametta-F&#xE4;den gab es in verschiedenen L&#xE4;ngen. Sie wurden mit einer L&#xE4;nge bis zu 160 cm angeboten. Das Aufkommen des Lamettas wurde von der Glasindustrie in Sonneberg, Lauscha und Umgebung durchaus kritisch gesehen. Diese beklagte um 1890, dass zahlreiche K&#xE4;ufer lieber Lametta anstatt ihres gl&#xE4;sernen Christbaumschmucks kaufen w&#xFC;rden, um die Weihnachtsb&#xE4;ume zu schm&#xFC;cken. Das zeigt sich an den Beispielfotos. Auf den B&#xE4;umen hing so viel Lametta, dass anderer Christbaumschmuck keinen Platz mehr hatte. Zu Beginn bestand Lametta aus einem extrem fein ausgewalzten Stanniol, das auf beiden Seiten mit einer Blei-Silber-Legierung beziehungsweise mit einer Zinnauflage versehen wurde (sogenanntes Stanniol-Lametta). Die daraus geschnittenen F&#xE4;den hatten eine Breite von anderthalb bis zwei Millimeter. Dieses Lametta war unter anderem deshalb so beliebt, weil es schwer war und damit gut am Baum hing. Von den Produzenten wurde die Ware in Kiloz&#xF6;pfen geb&#xFC;ndelt und zu den entsprechenden Gro&#xDF;h&#xE4;ndlern geschickt. Dort wurde das Lametta wiederum von Heimarbeitern portionsweise in T&#xFC;ten, Kuverts oder Schachteln verpackt. Lametta wurde jedoch nicht nur als lose Streifen an den Baum geh&#xE4;ngt, sondern war ebenso Ausgangsmaterial f&#xFC;r weitere Formen des Christbaumschmucks. Lametta-Girlanden oder Lametta-Sterne erfreuten sich schon bald einer gr&#xF6;&#xDF;eren K&#xE4;uferschicht. Die Firma Wolf in F&#xFC;rth war einer der Lametta Hersteller. Beispiel einer damaligen Eislametta Werbung. Am 20. Juni 1891 meldete die Coburger Zeitung, dass ein Hersteller einen neuen Christbaumschmuck kreiert habe. Er nahm daf&#xFC;r bunte durchsichtige Glaskugeln und bef&#xFC;llte diese mit Lametta. Wurden diese Kugeln vom Sonnenlicht oder Kerzenschein angestrahlt, glitzerte es von innen heraus, was einen besonders sch&#xF6;nen Effekt erzeugt haben soll. Um 1900 kamen farbige Lametta-Varianten auf den Markt. Bei deren Herstellung wurden die F&#xE4;den durch schnell trocknende Lacke gezogen. Neben den farbigen Varianten gab es in dem Zeitraum auch gemustertes Lametta. Hierbei wurden beim Pl&#xE4;tten der Dr&#xE4;hte keine glatten, sondern gemusterte Walzen benutzt. Lametta entwickelte sich schnell zu einem internationalen Exportschlager. Einer der ersten gro&#xDF;en Lametta-Abnehmer war Russland. Zahlreiche B&#xE4;ume im Zarenreich wurden so geschm&#xFC;ckt. Allerdings entstand in Russland im Laufe der Zeit eine eigene Lametta-Produktion, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihr Lametta sogar nach Deutschland exportierte. Ein weiterer Gro&#xDF;abnehmer des Lamettas waren bis 1914 die Vereinigten Staaten. Der Erste Weltkrieg verhinderte den weiteren Export und in Amerika entstand in Folge eine eigene erfolgreiche Fabrikation. Lametta wurde nicht nur f&#xFC;r den Weihnachtsbaum benutzt. Der bayerische Fischereiverband schlug bereits 1882 vor, K&#xF6;der zum Angeln mit Lametta zu verzieren, da Fische auf das Glitzern unter Wasser reagieren w&#xFC;rden. In Indien wiederum wurden Lametta-F&#xE4;den bei religi&#xF6;sen Feierlichkeiten verwendet[ii]. Galt Lametta lange Zeit als unbrennbarer Christbaumschmuck, so musste die Feuerwehr im Jahr 1916 feststellen, dass entgegen dieser Annahme das sogenannte &#x201E;Eis-Lametta&#x201C; sehr leicht, wie Magnesium, brennen w&#xFC;rde. Von der Verwendung dieses speziellen Lametta-Schmuckes wurde aus Feuerschutzgr&#xFC;nden dringend abgeraten[iii]. In den 1930er-Jahren gab es in Deutschland Lametta-Produktionen in Breslau, in Allersberg (bei N&#xFC;rnberg), in Roth (bei N&#xFC;rnberg), in Frankfurt a. M., in Kirchhain (Niederlausitz) und im Harz. Der Lametta-Verbrauch im Deutschen Reich lag bei ungef&#xE4;hr 750 Tonnen pro Jahr. Im</description><thumbnail_url>https://dresdner-pappe.de/wp-content/uploads/2023/11/Lametta-pur-1916-i-2.jpg</thumbnail_url></oembed>
