{"version":"1.0","provider_name":"","provider_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en","author_name":"Volker_Lechler","author_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/author\/volker_lechler","title":"Attrappen zur Belustigung -","type":"rich","width":600,"height":338,"html":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"PxrB0r3wRr\"><a href=\"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/attrappen-zur-belustigung\">\u201cAttrappen\u201d for amusement<\/a><\/blockquote><iframe sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" src=\"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/attrappen-zur-belustigung\/embed#?secret=PxrB0r3wRr\" width=\"600\" height=\"338\" title=\"&#8220;Attrappen zur Belustigung&#8221; &#8212; \" data-secret=\"PxrB0r3wRr\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\" class=\"wp-embedded-content\"><\/iframe><script>\n\/*! This file is auto-generated *\/\n!function(d,l){\"use strict\";l.querySelector&&d.addEventListener&&\"undefined\"!=typeof URL&&(d.wp=d.wp||{},d.wp.receiveEmbedMessage||(d.wp.receiveEmbedMessage=function(e){var t=e.data;if((t||t.secret||t.message||t.value)&&!\/[^a-zA-Z0-9]\/.test(t.secret)){for(var s,r,n,a=l.querySelectorAll('iframe[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),o=l.querySelectorAll('blockquote[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),c=new RegExp(\"^https?:$\",\"i\"),i=0;i<o.length;i++)o[i].style.display=\"none\";for(i=0;i<a.length;i++)s=a[i],e.source===s.contentWindow&&(s.removeAttribute(\"style\"),\"height\"===t.message?(1e3<(r=parseInt(t.value,10))?r=1e3:~~r<200&&(r=200),s.height=r):\"link\"===t.message&&(r=new URL(s.getAttribute(\"src\")),n=new URL(t.value),c.test(n.protocol))&&n.host===r.host&&l.activeElement===s&&(d.top.location.href=t.value))}},d.addEventListener(\"message\",d.wp.receiveEmbedMessage,!1),l.addEventListener(\"DOMContentLoaded\",function(){for(var e,t,s=l.querySelectorAll(\"iframe.wp-embedded-content\"),r=0;r<s.length;r++)(t=(e=s[r]).getAttribute(\"data-secret\"))||(t=Math.random().toString(36).substring(2,12),e.src+=\"#?secret=\"+t,e.setAttribute(\"data-secret\",t)),e.contentWindow.postMessage({message:\"ready\",secret:t},\"*\")},!1)))}(window,document);\n\/\/# sourceURL=https:\/\/dresdner-pappe.de\/wp-includes\/js\/wp-embed.min.js\n<\/script>","description":"Attrappen zur Belustigung Das Wort \u201aAttrappe\u2018 (in alten Katalogen auch mit der Schreibweise \u201aAtrappe\u2018 oder \u201aAttrape\u2018) stammt vom Franz\u00f6sischen \u201aattrape\u2018[i] ab, was man vereinfacht mit \u201aScherzartikel\u2018 \u00fcbersetzen k\u00f6nnte. Der Begriff \u201aScherzartikel\u2018 umschreibt aber nur einen Teil der Funktion einer Attrappe. Sie waren in Deutschland im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch als Geschenke oder Mitbringsel bei Einladungen sehr beliebt. Die Bandbreite, was damals alles zum Bereich \u201aAttrappen\u2018 hinzugez\u00e4hlt wurde, war weit gefasst. In einem Zeitschriftenartikel aus dem Jahr 1873 wird dies deutlich: \u201eDie Fabrikanten von Luxuswaren wetteifern miteinander darin, fortw\u00e4hrend Dinge auf den Markt zu bringen, welche verbl\u00fcffen, Combinationen, bei welchen man ausrufen mu\u00df: wie konnte ein vern\u00fcnftiger Mensch auf diesen Einfall gerathen! Macht die \u201eNovit\u00e4t\u201c diesen Effect, dann kann der Fabrikant sich gratulieren, dann wird sie in Mode kommen \u2013 f\u00fcr kurze Zeit nat\u00fcrlich, das liegt im Wesen der Mode. Folgerichtig hat bei diesem Treiben die Attrape eine so gro\u00dfe Bedeutung erlangt. Ein Stiefel als Trinkgeschirr, ein Strohhut als Butterb\u00fcchse, beide Gegenst\u00e4nde so naturgetreu als m\u00f6glich, damit die Sache nur recht appetitlich wird, eine Jockeym\u00fctze als Cigarrenbeh\u00e4lter, Hemdkragen und Manschetten als Schreibzeug und hunderterlei \u00e4hnlicher Unsinn geh\u00f6ren zu den classischen Erzeugnissen moderner Industrie; ein Material so zu maskieren, da\u00df man es f\u00fcr ein ganz anderes halten kann, Glas f\u00fcr Porzellan, Porzellan f\u00fcr Holz u.s.w., eine Weberei oder Stickerei so kunstreich auszuf\u00fchren, da\u00df man sie in einiger Entfernung f\u00fcr einen schlechten Steindruck ansieht, das gilt unz\u00e4hligen Industriellen als der gr\u00f6\u00dfte Triumph.\u201c[ii] Die Attrappen konnten, wie wir gerade gelesen haben, alle m\u00f6glichen Formen und Gr\u00f6\u00dfen haben. Hauptsache es waren naturgetreue Nachbildungen von Alltagsgegenst\u00e4nden. Kaufen konnte man Attrappen gef\u00fcllt oder leer in Schokoladengesch\u00e4ften, Konditoreien, Bonbonnieren-L\u00e4den, Galanteriewaren-Gesch\u00e4ften, Spezialgesch\u00e4ften f\u00fcr Attrappen oder auf M\u00e4rkten. Die Produzenten waren \u00fcber das ganze Deutsche Reich verteilt. Um Frankfurt herum wurden zum Beispiel N\u00fcsse in verschiedensten Gr\u00f6\u00dfen aus Pappe gepr\u00e4gt, ausgestanzt und vergoldet.[iii] Im th\u00fcringischen Sonneberg und Umgebung war wiederum das wohl bedeutendste Zentrum f\u00fcr weihnachtlich gestimmte Attrappen. Hier wurden in verschiedensten Formen und Gr\u00f6\u00dfen Weihnachtsm\u00e4nner, Belsnickel oder Krampusse als Attrappen f\u00fcr den nationalen wie internationalen Markt produziert. Die gleichen Hersteller fertigten auch f\u00fcr Ostern dekorative Osterhasen als Attrappen an. Attrappenladen &#8211; Illustration aus dem Jahr 1890 Attrappen kamen als Mitbringsel, \u201eJuxgeschenke\u201c[iii], Tischdekorationen, Scherzartikel, bei B\u00e4llen, gesellschaftlichen Veranstaltungen oder sonstigen Feiern zum Einsatz. Verwendung fanden sie auch bei kleinen Lotterien, die bei gesellschaftlichen Anl\u00e4ssen damals gerne veranstaltet wurden. Die originellen Attrappen fanden in Deutschland, genauso wie im Ausland, viele K\u00e4ufer. Manchem Attrappen-Hersteller gelang es, seine St\u00fccke so lebensecht wirken zu lassen, dass die \u00d6ffentlichkeit regelrecht get\u00e4uscht wurde. In \u00d6sterreich wurde 1883 ein Mann von der Polizei verhaftet, weil er eine irritierend echt nachgemachte Dynamitstange in den H\u00e4nden hielt. Im Gegensatz zum Original enthielt seine Dynamitstange allerdings keinen Sprengstoff, sondern Marzipan.[v] Im Angebot eines Herstellers war auch eine lebensechte schwarze Ratte, deren Beine sich mithilfe eines Zahnradwerkes bewegen konnte. Ihr Innenleben bestand ebenfalls aus S\u00fc\u00dfigkeiten.[vi] Die Ratten kann man unten \u00f6ffnen und bef\u00fcllen. Gerne verwendete man damals bei Essenseinladungen unter anderem lebensecht wirkende Tiere aus Pappmache als Tischdekorationen. Bevorzugt wurden vermeintliche Fische und Hummer, um die G\u00e4ste zu t\u00e4uschen. Sie sollten auf einer Platte wie echte Speisen angerichtet und begleitet mit Versen der Gastgeber herumgereicht werden. Die Tiere k\u00f6nnen ge\u00f6ffnet und bef\u00fcllt werden. Dazu gab es in der Zeitschrift F\u00fcrs Haus unter der \u00dcberschrift \u201eScherz bei einem Abendessen\u201c eine kurze Beschreibung: \u201eNachdem das erste Gericht herumgereicht ist und die Teller abgenommen sind, wird ein Fisch hereingebracht (eine Attrappe von Papiermach\u00e9), der aber ganz so garniert ist wie ein wirklicher Fisch und m\u00f6glichst nat\u00fcrlich aussehen muss. Der Hausherr klingt ans Glas und spricht [\u2026].\u201c[vii] Es folgten dann von den Gastgebern selbst kreierte, lustig gemeinte Verse. Als H\u00f6hepunkt des Scherzes wurde dann die Attrappe ge\u00f6ffnet und die darin versteckten kleinen Gastgeschenke verteilt. Solche \u201adichterischen Scherze\u2018 waren damals durchaus \u00fcblich, f\u00fcr uns heutzutage jedoch befremdlich. Beispielwerbung aus den Jahren 1911-1912 Neben den etwas gr\u00f6\u00dferen Exemplaren gab es auch kleinere Tier-Attrappen, die als Tischdekorationen dienten oder die man mit Geschenken oder kleinen beschriebenen Papierrollen bef\u00fcllen konnte. Kleine Attrappen f\u00fcr zusammengerollte Texte und nicht, wie oftmals vermutet, f\u00fcr S\u00fc\u00dfigkeiten Da die meisten Attrappen mit kleinen Geschenken, Schokolade oder allgemein mit S\u00fc\u00dfigkeiten bef\u00fcllt werden konnten, ist die N\u00e4he zur Bonbonniere nicht zu \u00fcbersehen. Vor allem im Bereich Miniatur-Attrappen und Bonbonnieren sind die \u00dcberg\u00e4nge flie\u00dfend. F\u00fcr den einen Betrachter ist es eine Attrappe, f\u00fcr den anderen eine Bonbonniere. In Sammlerkreisen werden Attrappen heutzutage meist mit dem Anglizismus \u201aCandy-Container\u2018 bezeichnet. Leider ist dadurch der urspr\u00fcngliche Sinn der Attrappe verdr\u00e4ngt worden. Es folgen noch ein paar Beispiele verschiedener Attrappen, wie man sie damals kaufen und je nach Wunsch bef\u00fcllen konnte. [i] Das franz\u00f6sische Verb \u201aattraper\u2018 bedeutet so viel wie ertappen, fangen oder erwischen. Das zugrunde liegende Substantiv ist \u201atrappe\u2018, was unter anderem mit Falle \u00fcbersetzt werden kann. Eine Attrappe war demnach eine Falle, mit der man jemanden hereinlegen kann. [ii] Illustrierte Zeitung (Leipzig), LXI. Bd., Nr. 1568 (19. Juli 1873), S. 47. [iii] Im Rhein-Main Gebiet wurden auch Christbaumschmuck aus Watte, Lametta, Glaskugeln und Christbaumspitzen hergestellt. Arndt, Paul: Kurze Beschreibung der Heimarbeit im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiete (Heimarbeit-Ausstellung zu Frankfurt a. M.), Frankfurt 1908, S. 147. [iv] So bezeichnet in einer Werbung der Firma Paul M\u00fchlbacher aus Klagenfurt, in: Klagenfurter Zeitung, Jg. 1865, Nr. 290 (20. Dezember). [v] \u00d6sterreichische Eisenbahn-Zeitung, VI. Jg. (1883), No. 3 (21. J\u00e4nner), S. 34. [vi] An der sch\u00f6nen blauen Donau, 5. Jg. (1890), Heft 10, S. 236. [vii] Marie zu Hannover: Scherz bei einem Abendessen; in: F\u00fcrs Haus. Praktisches Wochenblatt f\u00fcr alle Hausfrauen, 12 Jg. (1893\/94), Nr. 587 (1. Januar 1894), S. 108.","thumbnail_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/1-Bild-Illustrierte-Zeitung-April-1890-1024x760.png"}