{"version":"1.0","provider_name":"","provider_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en","author_name":"Volker_Lechler","author_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/author\/volker_lechler","title":"Cotillon - Orden -","type":"rich","width":600,"height":338,"html":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"umbwERQlTV\"><a href=\"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/cotillon-orden\">Cotillon &#8211; Orden<\/a><\/blockquote><iframe sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" src=\"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/cotillon-orden\/embed#?secret=umbwERQlTV\" width=\"600\" height=\"338\" title=\"&#8220;Cotillon &#8211; Orden&#8221; &#8212; \" data-secret=\"umbwERQlTV\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\" class=\"wp-embedded-content\"><\/iframe><script>\n\/*! This file is auto-generated *\/\n!function(d,l){\"use strict\";l.querySelector&&d.addEventListener&&\"undefined\"!=typeof URL&&(d.wp=d.wp||{},d.wp.receiveEmbedMessage||(d.wp.receiveEmbedMessage=function(e){var t=e.data;if((t||t.secret||t.message||t.value)&&!\/[^a-zA-Z0-9]\/.test(t.secret)){for(var s,r,n,a=l.querySelectorAll('iframe[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),o=l.querySelectorAll('blockquote[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),c=new RegExp(\"^https?:$\",\"i\"),i=0;i<o.length;i++)o[i].style.display=\"none\";for(i=0;i<a.length;i++)s=a[i],e.source===s.contentWindow&&(s.removeAttribute(\"style\"),\"height\"===t.message?(1e3<(r=parseInt(t.value,10))?r=1e3:~~r<200&&(r=200),s.height=r):\"link\"===t.message&&(r=new URL(s.getAttribute(\"src\")),n=new URL(t.value),c.test(n.protocol))&&n.host===r.host&&l.activeElement===s&&(d.top.location.href=t.value))}},d.addEventListener(\"message\",d.wp.receiveEmbedMessage,!1),l.addEventListener(\"DOMContentLoaded\",function(){for(var e,t,s=l.querySelectorAll(\"iframe.wp-embedded-content\"),r=0;r<s.length;r++)(t=(e=s[r]).getAttribute(\"data-secret\"))||(t=Math.random().toString(36).substring(2,12),e.src+=\"#?secret=\"+t,e.setAttribute(\"data-secret\",t)),e.contentWindow.postMessage({message:\"ready\",secret:t},\"*\")},!1)))}(window,document);\n\/\/# sourceURL=https:\/\/dresdner-pappe.de\/wp-includes\/js\/wp-embed.min.js\n<\/script>","description":"Cotillon &#8211; Orden Um die Geschichte und die Verwendung der Cotillon-Orden im damaligen gesellschaftlichen Leben besser verstehen zu k\u00f6nnen, sei zun\u00e4chst ein kleiner R\u00fcckblick in die Gepflogenheiten bei Tanzb\u00e4llen in der Zeit zwischen 1850 und 1914 erlaubt. Ballspenden Kleine Geschenke an die Teilnehmer einer Tanzveranstaltung zu \u00fcberreichen, war seit ungef\u00e4hr Mitte des 19. Jahrhunderts Tradition. Dazu geh\u00f6rten vor allem die Ball- oder genauer gesagt die \u201aDamenspenden\u2018 die an die weiblichen G\u00e4ste verteilt wurden. Mit diesen Geschenken wollten die Veranstalter ein bisschen Eigenwerbung, wie auch Werbung f\u00fcr die B\u00e4lle machen (meistens war auf den Ballspenden von den Veranstaltern deren Name und die Bezeichnung des Balles vermerkt). Zudem hoffte man, durch die oftmals ungew\u00f6hnliche Form und Art der Geschenke einen nachhaltigen Eindruck bei den Ballbesuchern zu hinterlassen. Ballspenden konnten alles M\u00f6gliche in Miniaturform sein: zum Beispiel in Form von B\u00fcchern, F\u00e4chern, Reisekoffern, Rettungsringen, T\u00e4schchen, Staffeleien mit Portr\u00e4ts, Degen, milit\u00e4rische M\u00fctzen, Helme und vieles mehr. Beim Betreten des Ballsaales erhielten die Damen die Ballspenden gratis. Sie waren meist mit einem Haken oder einer anderen Befestigungsm\u00f6glichkeit versehen, um sie an den Kleidern anbringen zu k\u00f6nnen. Links eine Ballspende einer studentischen Verbindung und rechts zwei Exemplare vermutlich verteilt auf milit\u00e4rischen oder offiziellen B\u00e4llen.\u00a0 Tanzordnungen Die Ballspenden waren eine Erg\u00e4nzung zu den sogenannten Tanzordnungen, die allen Ballbesuchern vor Beginn der Veranstaltung vom Organisator \u00fcberreicht wurden. Darin war das Tanzprogramm des jeweiligen Balles, oftmals bestehend aus Walzer, L\u00e4ndler, Marsch, Polka, Quadrille, Galopp und Cotillon aufgelistet. In die Tanzordnung trugen die Damen die T\u00e4nzer namentlich ein, die einen Tanz bei ihr \u201areserviert\u2018 hatten. Beispiel einer Ballkarte mit den Namen der jeweiligen Tanzpartner Cotillon H\u00f6hepunkt eines Balls war in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts der Cotillon mit seinen Cotillon-Touren. Der Cotillon konnte durchaus l\u00e4ngere Zeit in Anspruch nehmen, damit m\u00f6glichst alle Paare, die wollten, daran teilnehmen konnten. Die in dem Rahmen stattfindende Verleihung von Cotillon-Orden kam vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts auf (mir ist eine Werbung aus dem Jahr 1847 bekannt, in der Cotillon-Orden angeboten wurden) und war dabei oft ein Bestandteil der Inszenierung einer Cotillon-Tour. Die Cotillon-Orden waren im Prinzip Scherzorden. Wer sie f\u00fcr Veranstaltungen brauchte, konnte sie in billiger, mittlerer, besserer, feiner oder hochfeiner Ausf\u00fchrung zu einem Dutzend oder im Gros (144 Exemplare), einheitlich oder bunt gemischt, in Gesch\u00e4ften kaufen oder direkt bei den Herstellern bestellen. Eine kleine Auswahl verschiedenster Cotillon-Orden Varianten der Orden Die einfachen Ausf\u00fchrungen der Orden bestanden nur aus gepr\u00e4gter Pappe. Sie konnten silbern, golden oder farbig sein. Die besseren Varianten hatten als Grundlage ebenfalls Pappe, aber je nach Preisklasse waren sie mit verschiedensten Materialien wie Chenille, Gelatine, Glasperlen, Karton, Krepp, Metall, Pappe, Stoff, Wachsperlen, aufgeklebten Oblaten oder anderen Materialien verziert. Feine Orden aus Krepp, genauso wie die Krepp-Brilliant-Orden waren meist den Damen vorbehalten.[i] Die meisten Orden waren reine Fantasie- oder Scherzorden, aber es gab auch detailgetreue Nachbildungen von echten Milit\u00e4r- und Staatsorden. Passend zu den Orden boten die Hersteller dazugeh\u00f6rige Halsketten, Schleifen oder Stoffb\u00e4nder zur Befestigung an. Beispiele der von der Firma Chrestensen 1880\/81 angebotenen Cotillon-Orden Bei Tanzb\u00e4llen beliebt waren Orden mit Aufschriften wie \u201aF\u00fcr flottes Tanzen\u2018 oder \u201aDem besten T\u00e4nzer\u2018. Je nach Anlass des Festes konnten die Orden im Motiv das Motto der Veranstaltung oder das der dazugeh\u00f6rigen Cotillon-Tour widerspiegeln. Beispielhaft soll hier die von der Erfurter Firma Chrestensen 1888 angebotene Stallmeister Tour mit den dazugeh\u00f6rigen Orden genannt werden. Beispiele von Cotillon-Orden f\u00fcr die Stallmeister Tour oder anderen reiterlichen Themen Die auf dem oberen rechten Cotillon-Orden abgebildete Jockey-M\u00fctze gab es auch in Normalgr\u00f6\u00dfe. Sie war unter anderem bei den damaligen Kost\u00fcmfesten sehr beliebt, wie zahlreiche Fotos der Zeit belegen. Wie beliebt der Gebrauch von Cotillon-Orden war, erkennt man daran, dass die Wiener Firma Eduard Witte, eine der gr\u00f6\u00dften \u00f6sterreichischen Wiederverk\u00e4ufer f\u00fcr Cotillon-Gegenst\u00e4nde, damit warb, st\u00e4ndig eine Million Exemplare davon auf Lager zu haben.[ii] Orden im Rahmen der Cotillon-Touren Orden wurden, wie vorher bereits erw\u00e4hnt, bei Cotillon-Touren eingesetzt. Die Orden hatten dabei die Funktion, Tanzpaare zuf\u00e4llig zusammenzubringen. Wie das funktionierte, l\u00e4sst sich beispielsweise an der folgenden Anweisung f\u00fcr eine Ordens-Tour ersehen: \u201eDer Tanzvorstand l\u00e4\u00dft an die Paare Orden und Schleifen verteilen, bittet die Herren solche anzustecken und in einer Frontreihe dicht nebeneinander anzutreten; nun suchen die Damen mit der Schleife in der Hand nach dem Orden, der das gleiche Relief tr\u00e4gt; hat eine Dame den richtigen Herrn gefunden, so kommandiert sie rechtsum, fa\u00dft ihn unter und stellt sich mit an. Wenn alle Paare vereint, wird rundgetanzt.\u201c[iii] Die gro\u00dfe Vielfalt an den unterschiedlichsten Cotillon-Orden setzte letztendlich den Veranstaltern keine Grenzen. Es war jedem selbst \u00fcberlassen, welche Orden er wie einsetzte. Ein beliebter T\u00e4nzer konnte viele Cotillon-Orden von seinen Tanzpartnerinnen bekommen. Darstellung aus dem Jahr 1896 Pr\u00e4sentation der Cotillon-Orden Tanzveranstaltungen mit einer gro\u00dfen Teilnehmerzahl brachten f\u00fcr die Organisatoren unter anderem das Problem mit sich, dass man die vielen Orden und Schleifen ansprechend f\u00fcr die G\u00e4ste pr\u00e4sentieren wollte. F\u00fcr diese Schwierigkeit hatten die Hersteller der Cotillon-Orden L\u00f6sungen parat. Man konnte bei ihnen dekorative Staffellagen (zum Beispiel in Form eines Elefanten) kaufen oder leihen. Auf solchen Dekorationen fanden zahlreiche Orden Platz. Ein Elefant mit Howdah als Cotillon-St\u00e4nder von der Dresdner Firma Neumann &amp; Co. Aus dem Jahr 1888 Die Verleihung der teilweise farbenfrohen und pr\u00e4chtigen Cotillon-Orden war ein wichtiger Bestandteil des Ballgeschehens. So manche T\u00e4nzerin oder mancher T\u00e4nzer bewahrte sie nach Ende des Balles auf, vielleicht weil damit ein besonderes gesellschaftliches Ereignis oder eine romantische Erinnerung verbunden war. So ist es nicht verwunderlich, dass manche der heute noch erhaltenen Cotillon-Orden mit handschriftlichen Anmerkungen, wie zum Beispiel dem Datum des Balls und Namen von Tanzpartnern, versehen sind. Cotillon-Orden am Weihnachtsbaum Die positiven Erinnerungen haben sp\u00e4ter den einen oder die andere dazu verleitet, den meist dekorativen \u201aOrden\u2018 einen Platz am Weihnachtsbaum einzur\u00e4umen. Wie man mit Cotillon-Orden den Weihnachtsbaum schm\u00fccken konnte, dar\u00fcber geben zwei Leserbriefe aus dem Jahr 1886 Auskunft, die in der Zeitschrift F\u00fcrs Haus erschienen waren. In der November-Ausgabe des Jahres 1886 hie\u00df es: \u201eIch ziehe mit einer langen Papierkette, von der Baumspitze anfangend, Guirlanden rund um den Baum von Zweig zu Zweig. An die unter[e]n Ringe jedes Bogens h\u00e4nge ich einen auf beiden Seiten gl\u00e4nzenden","thumbnail_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/1-Bild-1-1024x683.jpg"}