{"version":"1.0","provider_name":"","provider_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en","author_name":"Volker_Lechler","author_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/author\/volker_lechler","title":"Hexenh\u00e4uschen -","type":"rich","width":600,"height":338,"html":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"xfHjKZmnYB\"><a href=\"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/hexenhaeuschen\">Witch's cottage<\/a><\/blockquote><iframe sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" src=\"https:\/\/dresdner-pappe.de\/en\/hexenhaeuschen\/embed#?secret=xfHjKZmnYB\" width=\"600\" height=\"338\" title=\"&#8220;Hexenh\u00e4uschen&#8221; &#8212; \" data-secret=\"xfHjKZmnYB\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\" class=\"wp-embedded-content\"><\/iframe><script>\n\/*! This file is auto-generated *\/\n!function(d,l){\"use strict\";l.querySelector&&d.addEventListener&&\"undefined\"!=typeof URL&&(d.wp=d.wp||{},d.wp.receiveEmbedMessage||(d.wp.receiveEmbedMessage=function(e){var t=e.data;if((t||t.secret||t.message||t.value)&&!\/[^a-zA-Z0-9]\/.test(t.secret)){for(var s,r,n,a=l.querySelectorAll('iframe[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),o=l.querySelectorAll('blockquote[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),c=new RegExp(\"^https?:$\",\"i\"),i=0;i<o.length;i++)o[i].style.display=\"none\";for(i=0;i<a.length;i++)s=a[i],e.source===s.contentWindow&&(s.removeAttribute(\"style\"),\"height\"===t.message?(1e3<(r=parseInt(t.value,10))?r=1e3:~~r<200&&(r=200),s.height=r):\"link\"===t.message&&(r=new URL(s.getAttribute(\"src\")),n=new URL(t.value),c.test(n.protocol))&&n.host===r.host&&l.activeElement===s&&(d.top.location.href=t.value))}},d.addEventListener(\"message\",d.wp.receiveEmbedMessage,!1),l.addEventListener(\"DOMContentLoaded\",function(){for(var e,t,s=l.querySelectorAll(\"iframe.wp-embedded-content\"),r=0;r<s.length;r++)(t=(e=s[r]).getAttribute(\"data-secret\"))||(t=Math.random().toString(36).substring(2,12),e.src+=\"#?secret=\"+t,e.setAttribute(\"data-secret\",t)),e.contentWindow.postMessage({message:\"ready\",secret:t},\"*\")},!1)))}(window,document);\n\/\/# sourceURL=https:\/\/dresdner-pappe.de\/wp-includes\/js\/wp-embed.min.js\n<\/script>","description":"Hexenh\u00e4uschen Was hat das Knusper-, Knabber-\u201a Pfefferkuchen-, Lebkuchen- oder auch sogenannte Hexenh\u00e4uschen mit Weihnachten zu tun? Die Antwort ist kurz und b\u00fcndig \u2013 urspr\u00fcnglich nichts. Vermutlich hat die Assoziation mit Lebkuchen und S\u00fc\u00dfigkeiten in der Winterzeit etwas damit zu tun. In dem von den Gebr\u00fcder Grimm erstmals 1812 ver\u00f6ffentlichten M\u00e4rchen \u201aH\u00e4nsel und Grethel\u2018 wird das Hexenhaus wie folgt beschrieben: \u201e[\u2026] so sahen sie, da\u00df das H\u00e4uslein aus Brot gebaut war und mit Kuchen gedeckt; aber die Fenster waren von hellem Zucker. \u201aDa wollen wir uns dran machen,\u2018 sprach H\u00e4nsel, \u201aund eine gesegnete Mahlzeit halten. Ich will ein St\u00fcck vom Dach essen, Grethel, du kannst vom Fenster essen, das schmeckt s\u00fc\u00df\u2018.\u201c[i] Das M\u00e4rchen war also seit Beginn des 19. Jahrhunderts bekannt, das Hexenh\u00e4uschen wurde vermutlich aber erst in den 1880er-Jahren als Weihnachtsdekoration popul\u00e4r. In der damals beliebten Zeitschrift F\u00fcrs Haus finden sich in einer Ausgabe von 1884 zwei Anweisungen, wie man \u201aPfefferkuchenh\u00e4uschen\u2018 aus Pappe, Lebkuchen, Zucker, Mandeln, Rosinen, Schokolade, Pl\u00e4tzchen und anderen S\u00fc\u00dfigkeiten basteln k\u00f6nne. Die Hexe sowie H\u00e4nsel und Gretel bestanden dabei aus kleinen Glieder- oder Porzellanp\u00fcppchen[ii]. In einer f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter erschienenen Ausgabe der Zeitschrift Dies Blatt geh\u00f6rt der Hausfrau! hei\u00dft es 1889: \u201eDa ich annehme, da\u00df manche Leserin die niedlichen Zuckerh\u00e4uschen noch nicht kennt, m\u00f6chte ich an dieser Stelle die Beschreibung eines solchen geben. Vom Papparbeiter l\u00e4\u00dft man sich aus d\u00fcnner wei\u00dfer Pappe ein H\u00e4uschen herstellen. In der R\u00fcckwand drei Fensterausschnitte, in der Vorderwand 2 Fensterausschnitte und dazwischen eine Th\u00fcr [\u2026]. Die Seitenw\u00e4nde erhalten je ein kleines Fenster, welches hoch angebracht wird. Auf dem Dach darf der Schornstein nicht fehlen. Bei manchem Konditoren kann man Zuckerfiguren: die alte Hexe, H\u00e4nsel und Gretel kaufen. Will man das nicht nehmen, so kann man nach Geschmack kleine Zuckertierchen anbringen. In das H\u00e4uschen stellt man ein kleines Licht. Ist dieses am Weihnachtsabend angez\u00fcndet, so ruft das reizende H\u00e4uschen nicht nur den Jubel der Kleinen hervor, auch die Erwachsenen werden sich dar\u00fcber freuen.\u201c\u201c[iii] Das H\u00e4uschen wird dann mit Bonbons, Keksen, \u201eselbstgebackenem, bunt glasiertem oder mit buntem Zucker bestreuten Weihnachtsbackwerk\u201c beklebt. Der Hinweis darauf, dass so manche Leserin das H\u00e4uschen noch nicht kennt, verdeutlicht, dass die Idee eines \u201aKnusperh\u00e4uschens\u2018 oder \u201aHexenh\u00e4uschens\u2018 erst langsam Verbreitung fand. Wirklich popul\u00e4r wurde das Bild des \u201aKnusperh\u00e4uschens\u2018 durch eine M\u00e4rchenoper, die am 23. Dezember 1893 erstmals in Weimar am Hoftheater aufgef\u00fchrt wurde. Das M\u00e4rchenspiel \u201aH\u00e4nsel und Gretel\u2018 von Adelheid Wette (1858\u20131916) mit der Musik ihres Bruders Engelbert Humperdinck (1854\u20131921) eroberte im Sturm die deutschen und \u00f6sterreichischen B\u00fchnen. Das St\u00fcck war in drei Bilder aufgeteilt: \u201aDaheim\u2018, \u201aIm Walde\u2018 und \u201aDas Knusperh\u00e4uschen\u2018. Vor allem die B\u00fchnendekorationen des letzten Bildes war in zahlreichen Zeitungen ausf\u00fchrlich Thema. In dem erstmals 1901 ver\u00f6ffentlichten Kinderlied \u201aH\u00e4nsel und Gretel verliefen sich im Wald\u2018 wird eine Verbindung vom Pfefferkuchenhaus zum Winter geschaffen. Die erste Strophe des Liedes lautet: \u201eH\u00e4nsel und Gretel verliefen sich im Wald.Es war so finster und auch so bitterkalt.Sie kamen an ein H\u00e4uschen von Pfefferkuchen fein.Wer mag der Herr wohl von diesem H\u00e4uschen sein?\u201c Im Originalm\u00e4rchen ist von Winter keine Rede. Die Verbindung ist der Fantasie des Komponisten entsprungen. Der Begriff \u201aPfefferkuchen\u2018 stammt aus der Vergangenheit, als noch alle fremdl\u00e4ndischen Gew\u00fcrze mit dem \u00dcberbegriff \u201aPfeffer\u2018 bezeichnet wurden. Damals wusste man nur, dass der \u201aPfeffer\u2018 aus weit entfernten L\u00e4ndern importiert werden musste, daher war es nur allzu verst\u00e4ndlich, wenn alle fremdl\u00e4ndischen Gew\u00fcrze vereinfacht auch als \u201aPfeffer\u2018 umschrieben wurden. Die Redensart, wenn man jemanden loswerden will \u201aGeh doch dahin, wo der Pfeffer w\u00e4chst\u2018 hat hier auch seinen Ursprung. Das Pfefferkuchenhaus lautet in anderen Beschreibungen auch Lebkuchenhaus. Nebenbei bemerkt, hat der Begriff Lebkuchen nichts mit Leben oder dem alten Begriff Laben zu tun. Lebkuchen kommt vom lateinischen \u201alibum\u2018 und bedeutet so viel wie Flachkuchen oder Fladen. Da der Lebkuchen sehr lange haltbar ist, wird er bis heute vor allem im Winter als Geb\u00e4ck verzehrt. Die Verbindung von Lebkuchen, S\u00fc\u00dfigkeiten und der Winterzeit machten daraus die perfekte Weihnachtsdekoration neben dem Weihnachtsbaum. Auf zahlreichen historischen Fotos von Weihnachtsb\u00e4umen kann man es als Nebendekoration entdecken. Das Hexenh\u00e4uschen gibt es in verschiedensten Varianten als weihnachtliche Dekoration. Es gibt zum Beispiel Adventskalender, Blechdosen f\u00fcr und unter den Weihnachtsbaum, Hexenh\u00e4uschen als St\u00e4nder f\u00fcr Gansfederb\u00e4ume oder als Engelsgel\u00e4ut, als geblasenen Glasschmuck, als Wunschzettel oder in verschiedensten Varianten farbiger Oblaten. Links ein R\u00e4ucherh\u00e4uschen wohl 1950er Jahre. Rechts eine Spardose aus Blech u.a. im Katalog f\u00fcr das Jahr 1913 von Felix Lasse, Leipzig, als Neuheit angepriesen Adventshaus als Hexenh\u00e4uschen aus gepr\u00e4gter Pappe mit 24 T\u00fcrchen. F\u00fcr Kerzenbeleuchtung geeignet. Bodenplatte ca. 22 cm x 17 cm. Aus dem Baukasten &#8222;Das Kind als M\u00e4rchenbaumeister&#8220; von M\u00fcller &amp; Freyer, Ludwigsburg. 15 Teile aus Pappe und Halterungen aus Blech. Bodenplatte ca. 24,5 cm x 39,5 cm. Angeboten in mehreren Katalogen im Jahr 1907. Knusperh\u00e4uschen aus zusammensteckbaren Teilen. Walter Stock, Solingen. 1920er Jahre. Von den umlaufenden Figuren sind entweder die Kinder oder die Hexe zu sehen. Knusperh\u00e4uschen &#8222;Hexenschl\u00f6sschen&#8220; von Adrian &amp; Stock, Solingen, um 1910 Hexenh\u00e4uschen von Zuckerb\u00e4r aus N\u00fcrnberg. L\u00e4nge des Sockels 7,5 cm. Gepr\u00e4gte Pappe, Watte, Glimmer, Figuren wohl Tragant. [i] (Grimm, Gebr\u00fcder): Kinder und Hausm\u00e4rchen gesammelt durch die Br\u00fcder Grimm, 7. Aufl., G\u00f6ttingen 1857, S. 83. [ii] Leserbriefe zum Thema: Das Pfefferkuchenh\u00e4uschen, in: F\u00fcrs Haus. Praktisches Wochenblatt f\u00fcr alle Hausfrauen, 3. Jg. (1884\/85), Nr. 116, S. 96. [iii] Ein Knusperh\u00e4uschen, in: Dies Blatt geh\u00f6rt der Hausfrau! Zeitschrift f\u00fcr die Angelegenheiten des Haushaltes. IV. Jg. (1889\/90), Nr. 10, S. 154; Eine Anleitung wie man ein \u201aKnabberh\u00e4uschen\u2018 selbst machen kann, findet sich in: F\u00fcrs Haus. Praktisches Wochenblatt f\u00fcr alle Hausfrauen, Nr. 377 (21. Dezember 1889), VIII. Jg. (1889\/90), S. 92 f.; Ein Backrezept f\u00fcr ein \u201aKnusperh\u00e4uschen\u2018 findet sich unter anderem in: (Anonym): Knusperh\u00e4uschen, in: Mode und Haus. Illustriertes Universalblatt f\u00fcr die Familie, X. Jg. (1894), S. 192c.","thumbnail_url":"https:\/\/dresdner-pappe.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/1-Hexenhaeuschen-745x1024.jpg"}